Endodontie – Wurzelbehandlung

Die Wurzelbehandlung aus biologischer Sicht

 

Die Wurzelbehandlung wird seit vielen Jahrzehnten als Möglichkeit propagiert, einen kranken Zahn noch viele Jahre zu erhalten. Ist ein Zahnnerv entzündet oder schon abgestorben (devital) wird vom Zahnarzt versucht, das entzündete Nervgewebe aus dem Zahninneren zu entfernen, den Hohlraum zu füllen und dadurch eine Zahnentfernung vorerst zu verhindern. Oftmals wird im Anschluss eine Krone auf den Zahn gesetzt: zum Einen als Schutz vorm Zerbrechen (Fraktur) – der Zahn wird ja spröde. Zum anderen wegen der zunehmenden Dunkelfärbung – der Zahn ist ja tot.

Der menschliche Zahn ist aber ein komplexes Körperorgan: Er besteht aus einer harten Hülle (Zahnschmelz) und einem weichen Kern (Zahnbein oder Dentin).

Der äußere Zahnschmelz ist nicht durchblutet (anorganisch, kristallin) und verleiht dem Zahn seine Härte.

Das innere Dentin ist gut durchblutet (organisch) und bildet den größten Teil des Zahnes (ca. 80%) .

Dieses Dentin ist durchzogen von Millionen kleinster Dentinkanälchen (Tubuli), da drin liegen feinste Blutgefäße incl. Nervfortsätze, vom inneren Hauptnerv (Pulpa) ausgehend nach außen. Pro mm2 Dentin finden sich 30 -75000 solcher Kanälchen! Die Länge der Kanälchen einer Wurzel aneinandergereiht ergäbe eine Strecke von ca. 1 Kilometer!
Die Pulpa ist ein Gefäß-nerven-bündel bestehend aus Blut, Nerv- und Lymphgefäßen. Diese versorgen und ernähren das Dentin von innen.

Mit einer Wurzelbehandlung kann nur der Hauptkanal (Pulpa) von abgestorbenem Gewebe befreit werden, die Millionen feiner Seitenäste können nicht erreicht werden und bleiben voll von organischem Gewebe.
Da aber die Blut- und Nervversorgung des Dentins nach einer Wurzelbehandlung nicht mehr möglich ist, sterben diese Gewebe in den Dentinkanälchen langsam, von innen nach außen ab. Die entstehenden Zersetzungsprodukte sind hochgiftig (Mercaptane, Thioäther, Cadaverin) und werden in geringer Menge, aber ständig, in den Blutkreislauf des umliegenden Knochens (Zahnhalteapparat) abgegeben.

Wo abgestorbenes Gewebe ist, finden sich auch immer Bakterien ein. Leider können diese aber vom Immunsystem nicht eliminiert werden, die Größenverhältnisse erklären dies: Die Bakterien (0,5-2µm) sitzen in den Dentinkanälchen (3-5µm). Die Abwehrzellen (Makrophagen, 10-20 µm) sitzen davor, wie die Katze vorm Mauseloch und können die Bakterien nicht erreichen, geben aber ständig Alarmzeichen, sogenannte Zytokine (TNF-α, IL-10) in den Organismus ab.
Die wurzelbehandelten Zähne können so über Jahre auf verschiedenen Wegen Krankheiten verursachen:

1. durch die Bakterien, die über das Blut im Körper verteilt werden (Bakterienstreuung).
2. durch die ständige Entzündung („silent inflammation“ durch IL1-β, INF-γ ).
3. durch die stetige Belastung des Organismus mit den oben genannten Giften und Stoffwechselprodukten der Bakterien (Endotoxine)
4. Durch Verbreitung dieser Gifte entlang des Trigeminusnerv ins Gehirn (neuro-axonaler Transport)
5. durch Fernwirkungen entlang von Energiebahnen (Meridianen).
6. durch eine mögliche Allergiebildung auf die Wurzelfüllungsmaterialien.

Die Liste der Erkrankungen, die dadurch ausgelöst werden können ist lang, da das Immunsystem insgesamt betroffen ist:
– Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B. Endokarditis)
– Schmerzen aller Art in Kopf, Rücken und Gelenken (Schulter, Arm, Hüfte, Knie)
– Allergien, Asthma, Heuschnupfen, Rheuma, Multiple Sklerose, Morbus Crohn
– Migräne, Chronische Müdigkeit, Depressionen und viele, viele mehr!

Aus diesen Gründen halten wir die Wurzelbehandlung für keine gute Langzeit-Lösung und praktizieren sie höchstens als Übergangsbehandlung

Quellen:
Dr. Volker v. Baehr, IMD Berlin, wurzelbehandelte Zähne als Trigger systemischer Entzündungserkrankungen- Studienergebnisse, 2015

Bild 1, 2, 3:
Dr. Dominik Nischwitz, Artikel Root2desease – Die Wurzel allen Übels, 2015
Shigetaka Nagaoka, DDS, PhD; Kagoshima University, Japan: Bacterial Invasion into Dentinal
Bild 4:
Tubules of Human Vital and Nonvital Teeth; Journal of Endodontics, Vol. 21, 1995
eigene Praxiserfahrungen der letzten 15 Jahre